
Persönliche Führung beginnt mit Neugier auf sich selbst
Jeder bringt etwas Einzigartiges mit
Schauen Sie sich während einer Besprechung um.
Es gibt immer jemanden, der sofort Chancen erkennt und begeistert neue Ideen auf den Tisch legt. Ein anderer stellt kritische Fragen und achtet auf die Qualität. Wieder ein anderer achtet auf die Stimmung in der Gruppe oder sorgt dafür, dass getroffene Vereinbarungen auch wirklich eingehalten werden.
Oft sehen wir diese Unterschiede als Persönlichkeiten oder Arbeitsstile.
Man kann es auch anders betrachten.
Vielleicht sind es gerade die unterschiedlichen Arten, wie Menschen Wert hinzufügen.
Organisationen brauchen nicht einen einzigen Mitarbeitertyp. Sie brauchen Menschen, die sich ergänzen.
Ihre größte Stärke kann auch Ihre größte Falle sein
Das klingt vielleicht widersprüchlich, aber gerade unsere Stärken können uns manchmal im Weg stehen.
Wer gerne Struktur schafft, kann Veränderungen als unruhig empfinden.
Wer von Schnelligkeit Energie bekommt, kann ungeduldig werden, wenn andere erst beraten wollen.
Wer stark auf Harmonie ausgerichtet ist, schiebt schwierige Gespräche vielleicht länger hinaus, als gut ist.
Das macht diese Eigenschaften nicht gut oder schlecht.
Sie erfordern vor allem Bewusstsein.
Denn je besser Sie verstehen, wo Ihre Vorlieben liegen, desto leichter können Sie bewusst wählen, wann ein anderer Ansatz erforderlich ist.
Entwicklung beginnt nicht mit Veränderung
Viele Menschen denken, dass persönliche Entwicklung bedeutet, dass man Eigenschaften hinzufügen muss, die man noch nicht hat.
Vielleicht ist das Gegenteil der Fall.
Entwicklung beginnt oft damit, besser kennenzulernen, was bereits vorhanden ist.
Wovon bekommen Sie Energie?
Wann sind Sie am besten?
Welche Qualitäten sehen andere vielleicht eher als Sie selbst?
Und in welchen Situationen verfallen Sie automatisch in ein Verhalten, das eigentlich nicht mehr hilft?
Das sind keine Fragen mit einer richtigen oder falschen Antwort.
Es sind Fragen, die Raum für Entwicklung geben.
Unterschiede bereichern die Zusammenarbeit
Die schönsten Teams bestehen selten aus Menschen, die gleich denken.
Gerade die Kombination verschiedener Perspektiven sorgt für bessere Ideen, schärfere Entscheidungen und mehr Innovation.
Das erfordert jedoch etwas.
Nicht, dass Unterschiede verschwinden, sondern dass Menschen lernen zu verstehen, woher diese Unterschiede kommen.
Wenn Kollegen lernen, die Antriebe des anderen zu erkennen, entsteht oft mehr Wertschätzung. Verhalten, das zuvor als schwierig empfunden wurde, bekommt plötzlich eine andere Bedeutung.
Der Kollege, der immer kritische Fragen stellt, möchte vor allem Qualität sicherstellen.
Derjenige, der ständig neue Ideen einbringt, sieht Chancen, die andere noch nicht bemerkt haben.
Und der Mitarbeiter, der zuerst Verbindung sucht, bevor eine Entscheidung getroffen wird, sorgt dafür, dass sich die Menschen wirklich eingebunden fühlen.
Persönliche Führung ist auch Aufmerksamkeit für andere
Vielleicht ist das die schönste Seite der persönlichen Führung.
Je besser Sie sich selbst kennenlernen, desto neugieriger werden Sie oft auf andere.
Sie urteilen weniger schnell.
Sie stellen häufiger Fragen.
Sie entdecken, dass hinter fast jedem Verhalten eine positive Absicht steckt.
Das verändert Gespräche.
Und letztendlich auch die Zusammenarbeit.
Eine andere Art des Sehens
Immer mehr Organisationen entscheiden sich daher für einen Ansatz, bei dem nicht das Verhalten im Mittelpunkt steht, sondern die dahinterliegenden Antriebe.
Nicht um Menschen in Schubladen zu stecken, sondern um eine gemeinsame Sprache zu schaffen.
Eine Sprache, in der Unterschiede nicht gelöst werden müssen, sondern gerade genutzt werden können.
In der Praxis führt das oft zu überraschenden Einsichten. So entdeckte ein Managementteam, dass die vielen Initiativen innerhalb des Teams nicht aus einem Mangel an Zusammenarbeit resultierten, sondern aus einem gemeinsamen Unternehmergeist ohne gemeinsamen Fokus. Indem sie zuerst Einsicht in die Antriebe des anderen gewannen und dann gemeinsam neu ausrichteten, entstand mehr Ruhe, Klarheit und Verbindung.