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Management Drives goes Scrum

Viele Organisationen sind derzeit in einem regelrechten „Scrum-Fieber“. „Wann scrummen wir das nächste Mal?“ oder „Morgen früh um 10:00 Uhr ist eine Stand-up-Session!“ sind Sätze, die man in Unternehmen aktuell häufig hört. Der Grund: Richtig angewendet, werden Projekte mit Scrum deutlich effizienter umgesetzt. Der Kern von Scrum ist ein multidisziplinäres und sich selbst steuerndes Team. Das Team ist somit der Dreh- und Angelpunkt des Projektes und damit maßgeblich verantwortlich für dessen Erfolg oder Misserfolg.

Für diejenigen, die noch nicht mit dem Begriff „Scrum“ vertraut sind zunächst eine kurze Erläuterung: Scrum ist eine agile Projektmanagement-Methode, bei der Produkte nicht von Anfang an komplett durchgeplant und in einem Rutsch fertiggestellt werden, sondern etappenweise. Dabei wird in multidisziplinären Teams gearbeitet, die in einem vorher festgelegten Zeitraum von einer bis vier Wochen (den sog. Sprints) nach und nach funktionsfähige Produktbestandteile erstellen. Eine weitere Besonderheit im Vergleich zu klassischen Projektmanagement-Methoden ist, dass Änderungen im Projektverlauf nicht als Störung gelten, sondern als natürliche Ereignisse. Der Projektrahmen wird deshalb von vorneherein so flexibel gestaltet, dass auf geänderte Anforderungen und Bedürfnisse jederzeit angemessen reagiert werden kann. Da sich das Team selbst steuert, ist das kooperative Verhalten der Teammitglieder eine Grundvoraussetzung für erfolgreiche Projektabschlüsse.

Voraussetzungen für erfolgreiche Scrum-Zusammenarbeit

Scrum erfordert von den Teammitgliedern Hingabe, Fokus, Offenheit, Respekt und Mut. Aufgrund des kurzzyklischen Charakters müssen sich die Teammitglieder voll einsetzen.
Das bedeutet:

  • Die Teammitglieder müssen sich auf das Wesentliche fokussieren.
  • Sie müssen offen sein und einander darüber informieren, was sie gerade tun oder womit sie zu kämpfen haben.
  • Sie müssen außerdem den Mut aufbringen, Dinge deutlich anzusprechen, Fragen zu stellen und neue Lösungen zu bedenken.
  • Sie müssen Respekt haben vor dem Hintergrund und dem Fachwissen der anderen Teammitglieder.
  • Alle Teammitglieder müssen darauf vertrauen, dass das richtige Wissen und die richtige Erfahrung eingebracht werden.

Scrum: Menschen machen erfolgreiche Projekte

Keine Frage: Um ein Projekt erfolgreich umzusetzen, müssen die fachlichen Anforderungen erfüllt werden. Ist Scrum die Methode der Wahl, spielen daneben die menschlichen Aspekte eine ebenso wichtige Rolle. Denn letztlich sind es Menschen, die das Projekt als autonomes Team erfolgreich abschließen müssen. Scrum bedeutet mehr Freiheit, aber auch mehr Verantwortung für den Einzelnen und erfordert damit eine gute Planung aller Projekt-Komponenten – insbesondere des Teams.

Jeder Mensch verfügt über ein individuelles Profil, das sich aus der Ausprägung und der Reihenfolge der Drives ergibt. Wir unterscheiden 6 verschiedene Drives, die jeweils ihre eigenen Eigenschaften, Stärken und Fallstricke haben. Das heißt: Jeder Mensch ist einzigartig, wenn es darum geht, was ihn antreibt. Für erfolgreiche Scrum-Projekte muss nicht jedes Teammitglied alle Eigenschaften mitbringen. Es geht vielmehr darum, Teams zusammenzustellen, in denen jeder mit seinen dominanten Drives zum Gesamterfolg beiträgt.

Ein gutes Scrum-Team bezieht alle Drives mit ein

So könnte das Verhalten in einem idealen Scrum-Team aussehen:

  • Die Teammitglieder sind in der Lage, die Fragestellung bzw. das Problem wirklich zu verstehen und können dafür eine Lösung entwickeln (Gelb).
  • Sie haben untereinander einen guten Kontakt und tauschen sich / Dinge untereinander aus (Grün).
  • Das Team ist flexibel, kann mit sich ändernden Anforderungen und Wünschen umgehen und erzielt ein Resultat (Orange).
  • Dank einer übersichtlichen Organisation und Planung sorgt das Team dafür, dass am Ende des Zeitraums auch wirklich alle Aufgaben erledigt worden sind (Blau).
  • Jeder konzentriert sich auf das, was er macht, und traut sich, andere deutlich anzusprechen (Rot).
  • Man vertraut einander und darauf, dass das richtige Fachwissen in das Projekt eingebracht wird (Lila).

Folgen für das Scrum-Projekt, wenn ein bestimmtes Verhalten dominiert bzw. unterrepräsentiert ist:

Ein Bespiel:
Stellen Sie sich vor, dass es in einem Team zwei dominierende Drives gibt, z. B. Orange und Gelb. Ein solches Team wird angetrieben durch das Erzielen von Resultaten und Fortschritten. Dies wird auf harmonische Weise erreicht. Das Team wird jedoch Schwierigkeiten haben, innerhalb des festgelegten Zeitraumes zu Ergebnissen zu kommen, da es weniger von Planung und Organisation (Blau) sowie von Fokussierung und Tempo (Rot) getrieben ist.

Erfolgreiche Scrum-Teams zusammenstellen

Jeder Mensch vereint alle 6 Drives in sich, hat jedoch bestimmte Vorlieben dafür, wie er diese Drives einsetzt. Wenn man Teammitgliedern ihre persönlichen Drives bewusst macht und sie motiviert, auch das Verhalten unterrepräsentierter Drives einzubringen, schafft man Scrum-Teams, die ihre Projekte hervorragend selbst steuern und erfolgreich abschließen.

Es ist übrigens pure Utopie, Teams so zusammenzustellen, dass alle Drives gleichmäßig vertreten sind. Das ist aber auch gar nicht nötig: Bei bestimmten Problemstellungen kann es durchaus von Vorteil sein, wenn in einem Team ein oder zwei Drives dominieren. Mit ein wenig Erfahrung und einer klaren Definition der Anforderungen wird schnell deutlich, welche Drives für welche Resultate sinnvoll eingesetzt werden können.

Quelle: wikipedia, scrum.nl